Was ist das?
Unter „Skimming“ (vom englischen Wort für „Abschöpfen“ oder „Absahnen“) versteht man den illegalen Diebstahl von elektronischen Daten von Zahlungskarten. Dabei manipulieren Kriminelle Fahrkartenautomaten, Tankstellen-Terminals oder Geldautomaten, um die Magnetstreifendaten von Bank- oder Kreditkarten auszulesen und die dazugehörige PIN auszuspähen.
Das Ziel ist es, mit den erbeuteten Daten Kartenkopien (sogenannte Dubletten) zu erstellen und damit unberechtigte Geldabhebungen vorzunehmen.
Wie funktioniert das?
Die Analogie
Man kann sich Skimming wie das Anbringen eines gefälschten Schlosses und einer versteckten Kamera an einer Wohnungstür vorstellen.
- Das manipulierte Schloss (Der Datenklau): Die Täter montieren ein täuschend echtes, zusätzliches Mini-Lesegerät direkt vor dem originalen Kartenschlitz. Wenn Sie Ihre Karte einschieben, passiert sie zuerst das Gerät der Betrüger. Dieses liest die Daten des Magnetstreifens aus und speichert sie, bevor die Karte im eigentlichen Automaten landet.
- Der Blick über die Schulter (Das PIN-Spähen): Gleichzeitig müssen die Kriminellen Ihre Geheimzahl (PIN) erfahren. Dafür installieren sie eine winzige, kaum sichtbare Mikrokamera, die auf das Tastaturfeld gerichtet ist, oder sie legen eine gefälschte Tastaturmatte über die echte, welche die Tastendrücke elektronisch aufzeichnet.
- Der Missbrauch: Mit den kopierten Magnetstreifendaten und der PIN besitzen die Täter alle Informationen, um im Ausland (wo der Sicherheitsstandard oft niedriger ist als in Europa) Geld von Ihrem Konto abzuheben.
Aus der Praxis
Am Geldautomaten (Der präparierte Karteneinzug)
Ein Bankkunde möchte außerhalb der Öffnungszeiten in einer SB-Zone Geld abheben. Saboteure haben kurz zuvor ein passgenaues Plastikteil auf den Kartenschlitz geklebt. Der Kunde merkt beim Einschieben keinen Widerstand. Die PIN wird von einer Kamera gefilmt, die in einer gefälschten Blende über dem Monitor versteckt ist.
An unüberwachten Terminals (Tankstellen und Bahnhöfe)
Ein Reisender kauft nachts ein Ticket an einem freistehenden Automaten. Da diese Geräte im öffentlichen Raum stehen und selten durchgehend bewacht werden, nutzen Kriminelle die Dunkelheit, um Skimming-Vorrichtungen anzubringen. Der Betrug fällt oft erst Tage später auf, wenn die Abrechnung geprüft wird.
Warum ist das relevant?
Obwohl moderne Zahlungskarten in Europa standardmäßig den hochsicheren „EMV-Chip“ nutzen, befindet sich auf fast allen Karten aus Kompatibilitätsgründen (z. B. für Reisen außerhalb der EU) nach wie vor der klassische Magnetstreifen.
Da dieser technisch bedingt unverschlüsselt ausgelesen werden kann, bleibt Skimming eine globale Bedrohung. Für Betroffene bedeutet dies oft den plötzlichen Verlust größerer Geldbeträge und einen hohen bürokratischen Aufwand bei der Schadensregulierung.
Hinweis zu Schutz und Umgang im Alltag
- Die Hand über die Tastatur halten: Das ist die wichtigste Schutzmaßnahme. Decken Sie das Tastaturfeld während der PIN-Eingabe immer mit der anderen Hand, dem Portemonnaie oder einer Broschüre komplett ab. Selbst wenn eine Kamera installiert ist, bleibt Ihre PIN dadurch unsichtbar und die kopierten Daten sind für die Täter wertlos.
- Automaten optisch prüfen: Achten Sie auf Auffälligkeiten am Kartenschlitz. Wackeln Sie im Zweifel leicht am Einzug. Lose Bauteile oder sichtbare Klebespuren sind Warnsignale.
- Keine Ablenkung zulassen: Lassen Sie sich beim Bezahl- oder Abhebevorgang nicht von Fremden ansprechen oder ablenken.
- Umsätze kontrollieren: Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen. Bei Verdacht auf Missbrauch sollte die Karte sofort über den zentralen Sperr-Notruf 116 116 gesperrt werden.
