Was ist das?
Adware (Kurzform für „advertising-supported software“) ist Software, die unerwünschte Werbung auf einem Gerät einblendet, um den Entwicklern Einnahmen zu verschaffen. Das BSI beschreibt den Begriff als Kunstwort aus „Advertisement“;
Adware kommt häufig mit kostenloser Shareware oder Freeware auf den Rechner, wobei das Installationspaket neben dem gewünschten Programm eine Software zur Anzeige von Werbung enthält. Typisch sind Pop-ups oder geänderte Browsereinstellungen, die plötzlich Werbefenster öffnen. Seriöse Adware-Varianten finanzieren kostenlose Dienste, können aber lästig sein; problematisch wird es, wenn sie ohne Zustimmung installiert wird, Surfverhalten verfolgt oder Systemeinstellungen manipuliert.
Wie funktioniert das / Wie entsteht es?
Man kann Adware mit einem aufdringlichen Werbeflyer vergleichen, der ungefragt im eigenen Wohnzimmer auftaucht und sich dort breitmacht. Die Programme werden oft zusammen mit anderer Software gebündelt („optional“ während der Installation) oder über kompromittierte Websites („Drive-by-Download“) eingeschleust. Einige Varianten kommen über Browser-Add-ons, mobile Apps oder infizierte USB-Sticks. Nach der Installation blenden sie Werbung ein, sammeln zuweilen Daten über das Surfverhalten, verändern Startseite oder Suchmaschine und richten manchmal Hintertüren ein. Entwickelt wird Adware, um über Klicks, Seitenaufrufe oder Installationen Einnahmen zu erzielen; manche Programme verfolgen den Browserverlauf, um Werbung zu personalisieren oder Daten zu verkaufen.
Aus der Praxis:
Fireball-Adware:
Diese Adware, 2017 großflächig entdeckt, ändert die Startseite und Suchmaschine im Browser, verfolgt das Surfverhalten und kann auf infizierten Rechnern eigenen Code ausführen. Sie verhält sich dadurch eher wie Malware als wie bloße Werbung.
Browser-Hijacker:
In extremen Fällen installiert sich Adware als Browser-Kaperer, ändert Ihre Startseite, entfernt legitime Werbung und leitet Sie auf vom Angreifer kontrollierte Sites um; sie kann sogar verhindern, dass Sie die Einstellungen zurücksetzen.
Warum ist das relevant oder gefährlich?
Adware wird oft als „nur“ lästig angesehen, kann aber spürbare Auswirkungen haben:
- Leistungsprobleme: Die ständige Anzeige von Werbeinhalten belastet CPU und Speicher; je mehr Werbung angezeigt wird, desto langsamer kann das System werden oder sogar abstürzen.
- Datenschutz und Spionage: Adware kann Browser-Daten und Systemkonfigurationen sammeln. Laut BSI verschwimmt die Grenze zur Spyware, wenn das Zusatzprogramm heimlich Informationen über Systemkonfigurationen und Surfgewohnheiten erfasst; der Werbemarkt zahlt umso besser, je detaillierter die Nutzerprofile sind.
- Sicherheitsrisiko: Über aggressive Pop-ups und Weiterleitungen werden Nutzer oft auf verdächtige Seiten geführt, was weitere Infektionen mit Malware oder Phishing-Angriffen begünstigt. Einige Adware-Programme installieren zusätzlich Trojaner oder Ransomware.
- Grenzbereich zwischen legal und illegal: Adware kann legal sein, wenn sie transparent in kostenlose Software integriert ist. Problematisch sind potenziell unerwünschte Programme (PUAs), die sich heimlich installieren, den Nutzer bombardieren oder sogar Malware verbreiten.
Hinweise zum Schutz und Umgang
- Vorsicht bei kostenlosen Downloads: Achten Sie bei der Installation von Freeware oder Shareware darauf, ob optionale Adware-Module enthalten sind. Lesen Sie die Installationsdialoge sorgfältig und wählen Sie unerwünschte Zusatzsoftware ab.
- Software aus seriösen Quellen: Laden Sie Programme nur von offiziellen Websites und vertrauenswürdigen App-Stores. Illegale oder unbekannte Downloads enthalten häufig Adware oder andere Malware.
- Aktualisieren und Scannen: Halten Sie Betriebssystem und Anwendungen aktuell, um Sicherheitslücken zu schließen, und verwenden Sie ein seriöses Sicherheitsprogramm, das potenziell unerwünschte Programme erkennt und entfernt.
- Browser-Einstellungen prüfen: Kontrollieren Sie regelmäßig Startseite, Suchmaschine und Erweiterungen Ihres Browsers. Entfernen Sie unbekannte Toolbars und Plug-ins, setzen Sie geänderte Einstellungen zurück und löschen Sie den Cache.
- Adblocker und Tracking-Schutz: Adblocker können die Anzeige unerwünschter Werbung verhindern und so auch den Einfallsweg von Adware verringern.
Adware ist also mehr als nur lästige Reklame: Sie nutzt Schwachstellen im Nutzerverhalten aus und kann zur Sammelstelle für persönliche Daten werden oder als Einstiegspunkt für weitere Schadsoftware dienen. Durch bewusste Installation von Software, regelmäßige Wartung und den Einsatz von Sicherheitslösungen lässt sich das Risiko erheblich reduzieren.
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